*|Der Stadtteilschreiber zum Menschenrechte Chor

HÄTTE, KÖNNTE, MENSCHENWÜRDE

Es gibt wohl kaum was Drögeres als Gesetzestexte. Es sei denn, sie werden so geschickt in ein Musikprogramm eingeflochten wie der Menschenrechte-Chor das getan hat. Stadtteilschreiber Jörg Degenkolb-Degerli hat die kurzweilige Premiere besucht. Und sehr viele weitere Menschen auch.

BÄM! Gleich zwei Überraschungen brachte die Premiere von Sing Human Rights, dem Menschenrechte-Chor der „börse", mit sich: Erstens hatte der Laienchor in sehr kurzer Zeit ein erstaunliches Programm auf die Beine gestellt, zweitens wollten das erfreulich viele Menschen hören. Zur Showtime hieß es dann auch „Ausverkauft!" im Roten Salon an der Wolkenburg.

Unter der Leitung von Anna Luca Mohrhenn folgte eine kompakte Stunde voller Text-, Lied- und Musikbeiträge, die es schafften, die großen U und E ineinandergreifen zu lassen. Tiefsinnige, nachdenkliche Worte, verpackt mal in hymnische Klänge am Rand des Pathetischen, mal in schlicht-schöne Melodien oder eben Songs, die der puren Unterhaltung dienen. Eigenkompositionen, Civil Rights Songs, Poetry-Schnipsel, gesangliche Solo-Einlagen, Passagen aus dem Grundgesetz - was auch immer der zehnköpfige Chor lieferte, es wurde mit viel Applaus angenommen.

Solchen Gedanken viel Beifall zu schenken, sei aber ja einfach, meinte Besucher Jochen Stade am Rande der Veranstaltung. „Die Frage ist ja: Denkt man auch weiter darüber nach? Würde man sich engagieren?" Also „Würde" als Konjunktiv zu oft in Bezug auf die Würde des Menschen? Das Publikum machte jedenfalls nicht den Eindruck, als sei es nur da, um einem Chorkonzert zu lauschen. „Es ist auf jeden Fall toll, dass das stattfindet", meinte auch Jochen Stade, „und vor allem, dass die börse wieder politischer ausgerichtet wird!" Das Programm an sich sei aber „etwas betulich, mit zu wenig Pepp".

Zu wenig Zeit jedenfalls hatten die Beteiligten im Vorfeld. Anna Luca Mohrhenn: „Da waren am Anfang zu viele Wechsel, so dass man nicht so recht vorankam." Für die Besucher war dies ganz offenbar nicht spürbar. Karin Linde zeigte sich vielmehr überrascht „von diesem großen Engagement gerade junger Leute. Es wäre gut gewesen, auch die, die es momentan am meisten angeht, zu beteiligen; die Geflüchteten." Sehr erfreulich findet sie die Entwicklung, dass konventionelle Chorformate und -strukturen immer mehr aufgebrochen werden: „Und da ist die Idee mit dem Menschenrechte-Chor wirklich super! Ich bin beeindruckt, dass man aus teils so trockenem Stoff etwas so Lebendiges machen kann."

Und wir machen weiter!", kündigte die glückliche Chorleiterin in ihrer Abmoderation an, bevor es dann noch in einen Mitsing-Teil überging, den die Besucher ebenfalls dankbar annahmen.

 

Interessiert? Der nächste Auftritt ist auf dem Nachbarschaftsfest am 26.5. - Wer mitmachen möchte, findet hier die nächsten Probe-Termine:

 

 

Der Chor - Foto: Jörg Degenkolb-Degerli

+++ Projekt-Ticker +++ In der Reihe „Lebe dein Quartier!" starten am 7.5. der Workshop „Rappen" für Kinder ab 8 Jahren und am 8.5. die Textilwerkstatt. Info & Anmeldung: Tel 243 2212, E-Mail: d.beilmann@dieboerse-wtal.de. +++

+++ Projekt-Ticker +++ Willkommen im Global Music Club! Am 12.5. findet der Kick-off dieses neuen Musikprojekts statt. Hier treffen Musiker unterschiedlichster Kulturen aufeinander, um gemeinsam die Open Stage zu bespielen. An diesem Findungstag sollen außerdem Fragen und Themen erörtert werden, die dann ab August mit Experten behandelt werden können. Ab 20 Uhr folgt außerdem eine Worldmusic-Party für alle! +++

+++ Projekt-Ticker +++ Im Rahmen der „DemokratieWerkstatt" empfängt am 15.5. um 17 Uhr das „Forum Hesselnberg-Südstadt" wieder alle interessierten Bewohner, Aktiven und Mitmacher von innerstädtischen Beteiligungsprozessen. Die „DemokratieWerkstatt" hat das Ziel, der Wahrnehmung „Es ist ja eh egal, was ich sage" erlebbar entgegenzuwirken. +++

+++ Projekt-Ticker +++ Infos rund um das große Nachbarschaftsfest „Wir sind Europa" am 26.5. hier: www.dieboerse-wtal.de/nachbarschaftsfest/ +++

Euch fällt was Berichtenswertes ein? Dann eine E-Mail an stadtteilschreiber@dieboerse-wtal.de!

 

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Veröffentlicht am 03.05.2019

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