*|Der Stadtteilschreiber schaut auf Garagen.

ÄSTHETIK VS. FUNKTIONALITÄT ODER: DAS GARAGENDESASTER

„Kommen Sie doch mal gucken!" Gesagt, getan. Stadtteilschreiber Jörg Degenkolb-Degerli hat sich in der Nähe des Skulpturenparks, in der Iltisstraße ein Bild davon gemacht, wie wenig Jugendstilarchitektur und Garagen zusammenpassen. Nun ja - sehr wenig. Also eigentlich gar nicht.

Familie von Wedel-Parlow ist nicht amüsiert. Vor fast 40 Jahren bezogen sie ein Jugendstilhaus in der Iltisstraße. Die Gegend ist ein am Wald gelegenes Träumchen, die Bebauung von ca. 1912. „Als wir 1981 hierher zogen, gab es vier Garagen, ansonsten waren da schöne alte Gärten", sinniert Wolf von Wedel-Parlow, während er mit der Hand die jetzige Situation veranschaulicht.

Gärten kann man sich hier nur noch hindenken, ist die Anzahl der Garagen doch auf zwölf angestiegen. „Quasi ein Garagenhof", lautet die betrübliche Feststellung. Denn auch wenn die Garagen nun nicht gerade wie Pilze aus dem Boden geschossen sind: Schön ist das alles wirklich nicht. Die Iltisstraße ist kurz und schmal und weist gerade mal sechs Doppelhäuser vor - plus ein Haus ganz am Ende, hinter einem Tor. Schließt man die Augen und lauscht den Bäumen, den Vöglein und dem Wind, herrscht hier pure Idylle. Aber nur dann.

Der Kontrast könnte größer eben nicht sein. Hier geschwungene detailverliebte Formen, dort kantige Fertigbaumodule in Reihe. Hier teilverschieferte Fassaden und Säulenportale, dort blanker Beton mit schlecht gespachteltem Rauputz. Hier Ästhetik, dort Funktionalität. Unmittelbar gegenüber gelegen. Man schaut vom Haus aus darauf. Eine Anwohner-Petition an die Stadt Wuppertal verlief vor einigen Jahren jedoch mehr oder weniger im Sande.

Bei der Stadt sieht man das nämlich ganz „pragmatisch". Wird eine Garage gebaut, verschwindet ein Auto von der Straße und gibt einen Parkplatz frei!? Smells like Beamtenlogik. Verschwindet ein Auto in einer Garage, darf davor nicht geparkt werden - also ja sowieso nicht. Nie. Nix gewonnen also. Ganz im Gegenteil. Wegen der geringen Straßenbreite darf nun auch nicht gegenüber der Garagen geparkt werden. Schilda lässt grüßen!

 

 

+++ Projekt-Ticker +++ Die nächste große Werkstatt-Präsentation gibt es im Rahmen des Forums Hesselnberg-Südstadt am 26.6. ab 17 Uhr. Dann zeigen die Teilnehmer der derzeit stattfindenden „Lebe dein Quartier"-Projekte Film- und Fotowerkstatt, Textilwerkstatt und Rap-Workshop ihre erstaunlichen Ergebnisse! +++

+++ Projekt-Ticker +++ Der Aufbruch Hesselnberg lädt zum Quartiersspaziergang ein: Gemeinsam soll ein Blick auf Vertrautes und Unbekanntes geworfen werden: Aussichtspunkte, Spielplätze, Brachflächen, Idyllisches und Abstoßendes. Treffpunkt ist am 22.6. um 14 Uhr vor der „börse"; Abschluss gegen 15:30 Uhr am Café Podest am Skulpturenpark. „Wir sprechen darüber, warum diese Orte Aufmerksamkeit benötigen. Was gefällt uns? Was kann dort noch passieren? Was fehlt im Quartier, auf was können wir gut verzichten, oder soll es bleiben wie es ist?" +++

+++ Projekt-Ticker +++ Nach dem Fest ist vor dem Fest - auf dieser Seite bereiten wir das nächste Fest vor: www.dieboerse-wtal.de/nachbarschaftsfest/ +++

Lieber Herr Jessen, liebe Besucher, Gartenfreundinnen, -freunde und Nachbarn,

Im Folgenden sind die zwei Links für die Veröffentlichung des Kurzberichts:

https://summdichfit.wordpress.com/2019/06/05/interkultureller-austausch-zwischen-der-jugendwerkstatt-summ-dich-fit-und-der-boerse-wuppertal/

https://wechange.de/project/jugendwerkstatt-summ-dich-fit-interk/note/interkultureller-austausch-zwischen-der-jugen/

Nochmals herzlichen Dank für Ihren Besuch. Wir haben uns sehr darüber gefreut und würden uns über weitere gemeinsame Aktivitäten, Austauschmöglichkeiten und Kooperationen sehr freuen.

Euch fällt was Berichtenswertes ein? Dann eine E-Mail an stadtteilschreiber@dieboerse-wtal.de!

 

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Veröffentlicht am 07.06.2019

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