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„Wir feiern die Möglichkeiten“

David Becher, Utopist, im Gespräch über die börse als „Erbtante“, über den Beginn des Vollplaybacktheaters und eine Party als Geschenk, für die Utopiastadt die börse bespielt.

„Erbtante“. Das klingt nach Pflichtbesuchen samt Häkeldeckchen, abgestandenen Pralinen und Likörchen. Doch wenn Utopiastadt die börse zu ihrer Erbtante erklärt und ihr zum 50. Geburtstag ein Geschenk macht, werden Pralinen und Likörchen vom Häkeldeckchen gefegt und Platz gemacht für eine laute Party, deren Konzept in letzter Sekunde über den Haufen geworfen werden könnte und die noch im Laufe des Abends Überraschungen bereithält – und das bei bester Laune. Utopiastadt nämlich findet die Erbtante cool, teilt sich Ideen und Impulse mit ihr, und viele, die heute oben an der Mirke aktiv sind, haben ihre Jugend in der börse verbracht, sind mit ihr aufgewachsen.

 

Bestes Beispiel dafür ist David Becher, der nicht nur Vereinsvorsitzender von Utopiastadt, sondern auch Gründungsmitglied des Vollplaybacktheaters ist, das Hörspiele und Filme lippensynchron auf die Bühne bringt. Denn der allererste Auftritt des VPT fand in der börse statt, bei überraschend viel Publikum. „Es gibt einfach die Voraussetzungen für so etwas im Tal – man kann hier wirklich etwas Kreatives machen“, sagt der Wuppertaler. Möglichkeiten zu eröffnen, damit so etwas entstehen und wachsen kann, Freiräume für einen andauernden Gesellschaftskongress im Sinne einer Utopiastadt zu schaffen – das macht die börse bereits seit 50 Jahren, und darum bekommt die börse von Utopiastadt auch ein angemessenes Geschenk. Die börse ist eben eine coole Erbtante, die knackige 50 wird und beständig weitermacht, aber als Wegbereiterin in Wuppertal schon so vieles hinterlässt. Wie etwa Räume, um Demokratie zu üben. „Wir stehen schon auf den Schultern von Riesen“, stellt David Becher fest. „Aber uns eint der Pioniergeist.“

 

Wie genau die Party-Nacht aussehen wird, für die Utopiastadt die Räume an der Wolkenburg übernimmt, ist noch nicht ganz klar. Was allerdings schon steht, ist das Line-Up. Beim ravigen Teil der Party werden Scheffka (Kollektiv Gratwanderung), Colkin (Mauke) Rantanplan B2B Moki (Kollektiv Morgengrau), Maruhni und die Gramseschwestern, die „gerade in die Szene hineinrocken“, dabei sein. Und das Line-Up für den Jam setzt sich aus Lil Souljah & Puppa Julz, Liquid Fire Sound, Doctor Bird, Selecta Pascal, Veginaz sowie Selecta Björn zusammen. Als Live-Act ist King Labash dabei. Bekannt sind viele von ihnen nicht nur in Wuppertal, sondern auch in der Region und darüber hinaus, sie haben sich schon bei Partys im Loch, in der kürzlich geschlossenen Mauke und im AZ einen Namen gemacht.

 

Für die restliche Gestaltung der Geburtstagsparty heißt es: Wo ein Utopist ist, da sind immer auch mindestens tausend Ideen, von denen die Hälfte umgesetzt und die andere Hälfte schnell durch noch bessere Ideen ersetzt wird. Zuständig für Überlegungen zur Party – und ihre Umsetzung – sind von Booking bis BuFDis alle möglichen Utopist:innen: Peer Martin, Alex, Tobi, Sophie, Renee oder Julius, alle haben ihre Finger im Spiel und hoffen, dass sich sogar noch mehr kreative Menschen aus der Stadt in die Gestaltung des Abends einbringen. Flexibel jedenfalls sind sie alle: Schon während des Gesprächs mit David Becher kommen mehr und mehr Einfälle zusammen, die von Palettenmöbeln über „Matten für Purzelbäume“, eine Schaukel, Kreide und Seifenblasen bis hin zu einem Bällebad reichen, die in die börse geschafft und an dem Abend bei Musik von DJ-Kollektiven bespielt und befeiert werden könnten. Egal, wie die Party am Ende gestaltet wird, heißt es auf jeden Fall: „Wir feiern die Möglichkeiten.“

 

Schon das Datum für die Feier der Möglichkeiten ist Utopiastadt-like: „Der 24.02.24 – wenn man das addiert, erhält man 50“, rechnet David Becher vor und strahlt dabei. So halb war das mit dem Additionsdatum geplant, so halb nicht, verrät er. Wie so vieles, was sich an der Mirke abspielt. Den Drive und die Begeisterung bringt Utopiastadt der Erbtante dann mit – und hat neben guter Musik, vielen Gästen und tausenden Ideen hoffentlich auch Matten für Purzelbäume und Bälle fürs Bällebad dabei. Häkeldeckchen und Pralinen bleiben aber in der Vitrine – versprochen.

Lust auf Party: Sophie, David, Martin und Tobi hecken was aus.

Foto: Basti Wiebel

die börse wird 50 - das Festivaljahr

Veröffentlicht am 29.01.2024

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