*|FLANIEREN | FLEXEN.22

„Flanieren heißt, sich um nichts zu kümmern. Wer sich erlauben kann zu flanieren, kann sich erlauben, sorglos zu sein."
(Anke Stelling: „Brausen Schrägstrich Abspülen" in „Flexen. Flâneusen* schreiben Städte")

10 Literaturspaziergänge zwischen Mai und September 2022

Eine Kooperation von die börse und zakk (Düsseldorf), kuratiert von Caroline Keufen und Ava Amira Weis.

Flanieren bedeutet langsames, genüssliches Umherschlendern, ohne Ziel, ohne Eile, ein Verweilen, ein Pausieren, ein bewusstes Aufnehmen der Umgebung mit allen zur Verfügung stehenden Sinnen. Der klassische Flaneur ist im 19. Jahrhundert bekannt geworden, trug Stock, Mantel und Hut, kam aus den gehobenen Schichten oder der Bohème und hatte somit Zeit für Müßiggang.

Durch die Pandemie sind Spaziergänge zu einer weit verbreiteten Freizeitbeschäftigung geworden. Ein Sich-Bewegen unter freiem Himmel ist momentan die bevorzugte Variante, um Menschen zu treffen und sich auszutauschen.
Verschiedenste Blickwinkel, Lesarten, Fundstücke und Fragen tauchen auf, wenn wir einfach das Haus verlassen und ziellos durch die Gegend streifen wollen.

„Es gibt Dinge, die es unmöglich machen, Flâneuse* zu sein. Zum Beispiel nur in bestimmter Kleidung und in Begleitung rausgehen zu dürfen oder wenn es sich generell nicht gehört, sich Zeit dafür zu nehmen, umher zu gehen und die Umgebung anzuschauen. Das passiert hier und anderswo. Manchmal durch gesetzliche Verbote, manchmal einfach durch gesellschaftliche Konventionen."


So schreibt es „Die Flâneuse* zusammen mit den Herausgeberinnen" von „Flexen", einem Essay-Band, welcher 30 unterschiedliche Texte zum Flanieren und eben Flexen, dem sehr bewussten, feministischen Bewegen im städtischen Raum, vereint.

In zehn Literaturspaziergängen wollen wir Ungleichgewichten nachgehen, zwischen Kopf- und Fußwegen balancieren, begleitet von Autor*innen, die sich mit dem Sich-Draußen-Bewegen auseinandersetzen, dem Sich-Treiben-Lassen, dem Sich-Erlauben. Wir wollen uns in die Städte begeben, die verwinkelten Gassen, die Ladenstraßen, die Randbezirke, die Vororte, die ländlichen Ausläufe. Wir wollen die Städte lesen. Dabei untersuchen wir: Wer kann überhaupt flanieren? Gibt es Unterschiede dabei? Welche Orte sind für wen erreichbar? Kann Flanieren ein Weg sein gegen die Schnelligkeit, das Hetzen, das Ankommen-Müssen? Kann Flexen ganze Orte und Städte zurück erobern?

Hierfür wird an fünf Wochenenden von Mai bis September jeweils ein kombinierter Spaziergang in Wuppertal und Düsseldorf, sowie in den umliegenden Gebieten, veranstaltet. Regionale Autor:innen und Darsteller:innen tragen dabei an unterschiedlichen Orten Texte vor, die die ganze Spannweite von Flanieren behandeln und zu einem Diskurs anregen. Es wird einen Literaturspaziergang in Zusammenarbeit mit Decolonize Wuppertal geben, einen Nachmittag, an dem ausschließlich geflext wird, eine Auseinandersetzung mit der Bewegung der Zukunft, den Versuch, dass sich die Städte in der Mitte treffen, sowie einen Nachtspaziergang mit Poetry Slam.

Mit freundlicher Unterstützung des Ministeriums für Kultur & Wissenschaft NRW

Termine:
Diese Informationen werden laufend ergänzt.

Mai
Stefanie de Velasco, Düsseldorf, 28.5.2022, 15 Uhr
Katja Diehl, Wuppertal, 29.5.2022, 15 Uhr

Stefanie de Velasco © Stephan Porombka

Katja Diehl © Linda Brack 

Juni - Prinzen der Straße:
Christiane Giebic, Wuppertal, 25.6.2022, 15 Uhr
Dincer Güçyeter, Düsseldorf, 26.6.2022, 15 Uhr


Christiane Gibiec © Ella von Aster


Dincer Güçyeter © Yavuz Arslan

Juli
Özlem Özgül Dündar, 30.7.2022, 15 Uhr
Awista Gardi, 31.7.2022, 15 Uhr

August
Decolonize Wuppertal, Wuppertal, 27./28.8.2022, 15 Uhr

September
Jule Weber & Kamala Dubrovnik, Wuppertal, 17.9.2022, 19 Uhr
Emilene Wopana Mudimu & Aylin Celik, Düsseldorf, 18.9.2022, 19 Uhr

Tickets: 8 € bei den Veranstaltungen, 6 € im VVK - wer wenig Geld hat, schreibt eine Mail an soliticket@dieboerse-wtal.de und bekommt ein Ticket für 4 €.

Mit freundlicher Unterstützung von:

und der Stadt Wuppertal.
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