*|Engels denken

Das Kommunikationszentrum die börse in Wuppertal und das Literaturbüro NRW schreiben mit Unterstützung von KARUSSELL einen Essay - Wettbewerb aus zum Thema:

Friedrich Engels – Vorgestern, gestern, morgen?

Im Jahr 2020 jährt sich der Geburtstag von Friedrich Engels zum 200. Mal. Die weltberühmte historische Figur ist der jüngeren Generation eine unbekannte Größe, ein Name nur noch für Geschichtsbücher. – Oder haben sein Leben und Wirken doch noch eine Bedeutung für unsere Gegenwart?

Diese Frage in Form eines Essays zu erörtern, sind alle Autorinnen und Autoren eingeladen. Eine Altersbegrenzung besteht nicht. Jüngere Autoren*innen sind jedoch besonders zur Teilnahme aufgefordert.

Der Fabrikantensohn Friedrich Engels stammt aus der Stadt Barmen, dem heutigen Stadtteil von Wuppertal, also aus der Region, die als ›deutsches Manchester‹ das Zentrum der Frühindustrialisierung war. Er wurde zum Mitbegründer des Sozialismus, der in der Sowjetunion und deren Satellitenstaaten nach dem Zweiten Weltkrieg scheinbar verwirklicht wurde. Mit deren Scheitern und Verschwinden scheint auch der Sozialismus tot zu sein. Der Marxismus, zu dem Engels die Philosophie der politischen Ökonomie seines Freundes Karl Marx machte, ist in China zwar noch Teil der Staatsdoktrin, aber der reale Staatskapitalismus weicht immer stärker von ihm ab.

Als Angehörige des Großbürgertums waren Engels und Marx umfassend gebildet; die Inspiratoren der sich formierenden Arbeiterbewegung waren vor allem Schriftsteller, Briefschreiber und Korrespondenten. Ihre politische Wirkung erreichten sie mit den Mitteln der Publizistik ihrer Zeit. Ihre Lehren begründeten eine neue Ästhetik, die – etwa in der Dramatik von Bertold Brecht und Heiner Müller – noch heute wirkt. Als Geschichtstheorie bestimmten die Varianten des Marxismus das Menschenbild der Moderne im politischen, wissenschaftlichen und kulturellen Leben mit.

Wie ›tot‹ ist das, wofür Friedrich Engels steht, tatsächlich? Wie viel Zukunft steckt in seinen Lehren? Wie wirken die ökonomischen Analysen des Marxismus in dem kapitalistischen System, das sich im ›Wettstreit der Systeme‹ nach dem Ende der Sowjetunion global als ›Sieger‹ etablierte? Und was können Engels' Werke zu einer notwendigen neuen Theorie einer Gesellschaft beitragen, in der die Verarmung der Vielen zunimmt, während der Reichtum der Wenigen wächst?

Wettbewerbsbedingungen:
Die deutsch verfassten, bisher unveröffentlichten und von Rechten Dritter freien Essays sollen wenigstens acht, aber höchstens fünfzehn Norm-Manuskriptseiten umfassen (ca. 14.000 bis max. 27.000 Zeichen inkl. Leerzeichen).
Jeder eingesendete Text wird gesichtet, sofern er ein Essay ist (Definition siehe Wikipedia, „Essay"). Er wird honorarfrei auf der Webseite „www.dieboerse-wtal.de" veröffentlicht. Den Autor*innen wird zudem angeboten, ihren Text bei einer geeigneten Veranstaltung in der börse zwischen dem 20. 3. und dem 30. 6. 2020 vorzustellen. Über die Webseite der börse wird ein Publikumspreis in Höhe von 300 Euro vergeben.
Die eingereichten Texte werden zusätzlich in Zusammenarbeit mit der Redaktion der „Bergischen Zeitschrift für Literatur" KARUSSELL und dem Literaturbüro NRW von einer fachkundigen, unabhängigen Jury begutachtet, die drei Texte prämiert. Deren Autor*innen erhalten ein Preisgeld von jeweils 500 Euro. Die prämierten Texte werden (ohne weiteres Honorar) im Heft 13 der Zeitschrift KARUSSELL veröffentlicht, das im November 2020 erscheint.
Die Preisträger*innen können, gemeinsam mit weiteren von der Jury lobend erwähnten Verfasser*innen, ihre Texte bei der öffentlichen Preisverleihung in der börse vortragen. Das Literaturbüro NRW wird zudem eine Lesung in Düsseldorf organisieren.

Die Einsendungen sind – in einem offenen Dateiformat als E-Mailanhang – zu richten an die börse: essay@dieboerse-wtal.de.
Einsendeschluss ist der 30. Mai 2020.

 

Veranstalter:

die börse und das Literaturbüro NRW mit Unterstützung von KARUSSELL

 

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Veröffentlicht am 28.11.2019

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