*|Ein Licht für dich

Von Engeln, Tränen und Visionen. Wie die Aktion „Ein Licht für dich!" Generationen verbindet und ein bisschen Wärme schenkt. Eine Aktion von den Kleinsten für die Schwächsten unserer Gesellschaft. So haben im Advent 2020 Grundschüler:innen aus Hesselnberg und Distelbeck und Kinder beim CVJM Adlerbrücke, sowie Kinder der Kitas Wormser Straße und Distelbeck kleine Lichter gebastelt und diese wurden dann von verschiedensten freiwilligen Helfern und Organisationen vor Ort ausgetragen. So wurde denen, die sehr unter der Einsamkeit der Coronazeit litten ein Licht in der dunklen Zeit geschenkt.

Organisiert wurde das Projekt von der DemokratieWerkstatt Hesselnberg-Südstadt.

Eigentlich gäbe es in diesen Tagen an vielen Orten in der Stadt Weihnachtsfeiern für all die, die sonst niemanden haben. Die alt sind und allein und die in dieser Zeit ganz besonders darunter leiden. Doch Corona lässt solche Feiern in diesem Jahr nicht zu. Mit der Konsequenz, dass es gerade für die Alten und Einsamen noch trostloser und kälter ist als ohnehin. Um diesen Menschen wenigstens ein kleines Licht in diesen dunklen Tagen zu schenken, hat sich die „DemokratieWerkstatt Hesselnberg-Südstadt" der börse mit „Ein Licht für Dich!" eine ganz besondere Aktion einfallen lassen.

Nachdem Kinder fleißig an bunten Teelicht-Dekorationen gebastelt haben, wurden diese Lichter mit einem persönlichen Gruß versehen in der vergangenen Woche an zumeist alleinstehende, ältere und in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen aus der Nachbarschaft am Hesselnberg und in der Südstadt verteilt. Als „Lichterboten" wirken die Stadtteil-Services des Wichernhauses und des Internationalen Bundes, der Hilfeladen und der Mobile Pflegedienst der Diakonie. „Wir möchten zu mehr Aufmerksamkeit füreinander und generationenverbindenden Kontakten anregen", sagt Karin Böke, die zusammen mit Lothar Jessen das Nachbarschaftsforum der „DemokratieWerkstatt" der börse leitet. So haben dann auch die Beschenkten die Möglichkeit, sich mit einem beigefügten Antwortkärtchen zu bedanken.

Wie begeistert diese Aktion aufgenommen wurde, davon kann Giovanni Wirths viele zu Herzen gehende kleine Geschichten erzählen. Wirths ist Anleiter beim Stadtteil-Service des Internationalen Bundes in der Südstadt und hat ein sehr feines Gespür für das, was die Menschen bewegt. „Es gab tatsächlich viele Tränen, weil unsere Kunden so gerührt waren", berichtet er. „Das Jahr hat vielen sehr großen Kummer bereitet, das bekommen wir gar nicht mit. Oft gibt es keine Familie mehr und die wenigen sozialen Kontakte fallen durch Corona seit dem Frühjahr auch weg. Vor allem im Winter und um Weihnachten herum haben diese Menschen dann keine Lust am Leben wirklich teilzunehmen – und auch kaum Möglichkeiten. Da sind wir oft ihr einziger Lichtblick. Wir rufen sie daher auch manchmal einfach an und hören zu. Das hilft schon sehr. Die Menschen brauchen jetzt einfach Wärme."

Normalerweise gibt es im Advent ein riesiges Weihnachtsfest, zu dem die betreuten Menschen abgeholt und dort mit Kaffee und Kuchen verwöhnt werden. „Dazu bekommen sie von uns selbstgebackene Plätzchen und Pralinen", so Wirths. Das dürfen wir natürlich wegen Corona in diesem Jahr nicht machen. Umso größer war die Freude über die von den Kindern gebastelten Lichter. Gerade, dass die Geschenke von Kindern kamen, hat viele sehr gerührt." Auch ein Großteil der Antwort-Kärtchen ist bereits wieder beim Stadtteil-Service eingegangen. Darunter viele bewegende Nachrichten. So schrieb eine ältere Dame: „Danke, dass es noch Engel gibt, die alte, kranke Menschen nicht vergessen." Andere wünschten den Kindern, sie mögen bitte gesund bleiben.

Auch auf der anderen Seite der börse, am Hesselnberg, haben die kleinen Lichter sehr viel Freude geschenkt. Zweimal war Estela Ferrer, Leiterin des Stadtteil-Service des Wichernhauses, dabei, als die Lichter verteilt wurden. „Wir wurden überall froh und dankbar an der Tür empfangen. In einem Altenheim stehen jetzt zwei Lichter in einem Aufenthaltsraum, damit möglichst viele Bewohner etwas davon haben. Eine Dame ist mir besonders in Erinnerung geblieben. Sie hatte bei sich ein Foto ihres inzwischen an Demenz erkrankten Partners auf dem Tisch stehen. Der Hintergrund strahlte fast wie bei einem Heiligenbild. Sie hat die Kerze dazu gestellt, damit die Strahlen von beidem sie nun erhellen und wärmen können."

Karin Böke ist gerührt von diesen Reaktionen. "Ich freue mich sehr, dass unsere Idee aufgegangen ist. Genau diese Verbindung zwischen Jung und Alt, zwischen Menschen aus dem Stadtteil, die sich eigentlich nicht kennen, wollten wir mit unserer Aktion ja erreichen. Ich wünsche mir, dass daraus wirklich weitere Begegnungen und neue Ideen entstehen. Dann haben wir viel erreicht."

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Veröffentlicht am 25.10.2018

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