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KIKK 6th Edition - KI trifft Poesie – Was kann KI? Was soll KI?

Die 6th Edition der Reihe des KIKK startet mit folgendem Thema:  KI trifft Poesie – Was kann KI? Was soll KI?

KI ist mittlerweile so alltäglich wie nie zuvor. Ob Google-KI-Assistent, Hausaufgabenhelfer oder ein schnelles Bild: KI ist so zugänglich wie noch nie. Doch wofür sollten wir sie nutzen – und wann ist es vielleicht besser, sie nicht zu benutzen? Ist sich zu verlaufen nicht manchmal auch schön? Ist es nicht gut, etwas nicht zu wissen und ehrlich zu diskutieren? Wir leben in einer Gesellschaft, die schneller ist als je zuvor – und dazu gehört auch KI. Also: Was kann sie, und vor allem, was soll sie überhaupt machen?


Für die meisten ist KI noch kein alltäglicher Hilfsassistent, sondern eher ein Tool, um mal schnell ein Bild zu generieren … oder so. „I don’t want AI to do my art so I can do my laundry and dishes. I want AI to do my laundry and dishes so I can do my art.“ – hieß es Anfang dieses Jahres in sozialen Netzwerken. Grob übersetzt: Wir nutzen KI für die Dinge, die wir eigentlich selbst machen wollen – und nicht für die, die wir nicht wollen. Der Aufschrei in der Kunstszene war groß.


Also, was nun? Sind wir alle verdammt, keine kreativen Dinge mehr zu tun, weil das die KI übernimmt? Im vergangenen Jahr sind die Zahlen für Hochzeits- oder Trauerreden, Jingles oder Kleinkunstaufträge in der Kunstszene merklich zurückgegangen. Ist die Meinung vieler mittlerweile klarer als noch vor einem Jahr? KI, ja bitte. Aber KI in der Kunst? Nein danke. Wagen wir ein Experiment:
Poetry-Slam ist ein moderner Dichter:innen-Wettstreit. Mal wird gereimt. Mal gelacht. Mal ist es wahr. Mal erfunden. Eben auch wie bei einer KI. Poetry-Slam ist eine der freiesten Kunstformen, die es gibt: keine thematischen Voraussetzungen, keine vorgegebenen Textschemata, eine geringe Einstiegshürde. Nur ein:e Künstler:in und sechs Minuten am Mikrofon.


Also: Kann KI das auch?
Das Schreiben? Definitiv.
Das Geschichten-Erfinden? Wahrscheinlich.
Das Performen? Eher weniger.
Das Sozialisieren bei einem kühlen Getränk im Backstage? Auf keinen Fall!


Um zumindest die letzten zwei Punkte auszugleichen, schickten wir zwei Undercover-Poet:innen ins Rennen, um gegen die „echten“ Menschen anzutreten. Sechs Minuten Zeit. Eine Person am Mikrofon. Ein Publikum, das die Verräter enttarnen wollte:

Britta Kah

Kim Catrin

Leon Hanke

Max Schmolke

Zwergriese 

 


Wie bereits aus den Beiträgen ersichtlich, bestritten das Finale die Poet:innen Britta Kah und Kim Catrin. Am Ende hielt Britta Kah den „Jungen Engel“ (von Künstler Eckehard Lowich) in den Händen. Vor der finalen Pokalübergabe durfte das Publikum per Einzelklatscher abstimmen, wer ihrer Meinung nach KI-Texte vorgetragen hatte.


Die Abstimmung: Britta Kah und Kim Catrin konnten als Finalistinnen niemals die Herzen der Menschen so tief berührt haben. Auf dem dritten Platz: Zwergriese. Vor allem (so das Publikum nach der Veranstaltung) die Intensität und die Emotionen seines zweiten Textes mussten menschlich sein. Einige Personen klatschten zwar für ihn, doch die Mehrheit war sich einig: Übrig blieben nur noch Max Schmolke und Leon Hanke. Diese zwei mussten es sein – die Vertreter der KI, geschickt, um gegen die Kunst zu rebellieren.


Doch auf der Bühne ein verschmitztes Lächeln: Für die KI angetreten waren Leon Hanke und … Zwergriese. Das Publikum war entrüstet. Hatten sie sich von der künstlichen Emotion einer Maschine täuschen lassen? Immerhin: Das Finale war menschlich. Aufatmen – und doch einige Fragezeichen.


Im Anschluss wurde viel gefachsimpelt. Über KI. Über Menschlichkeit. Über Sinnkrisen. Doch eines war klar: KI ist nicht zu unterschätzen, und trotzdem sind wir Menschen ihr noch um einiges voraus. Wir reflektieren und diskutieren. Wir reden über Emotionen und Gefühle – nicht nur in einem vorformulierten Slam-Text, sondern auch über das Empfinden von Bühne und Lampenfieber. Solange das der Fall ist, sind wir hoffentlich noch besser als eine Maschine. Und dann macht die KI uns vielleicht irgendwann die Wäsche – und wir haben wieder mehr Zeit für Kunst und die wirklich wichtigen Dinge im Leben.

In der 6. Edition des KIKK beschäftigen wir uns mit KI und Poetry-Slam.

Am 10.07.25 in der börse. Einlass 18: Uhr. Veranstaltungsbeginn 19:00 Uhr

Bei Fragen erreicht ihr uns unter folgender Mailadresse: kikk@dieboerse-wtal.de

Artwork Bildrechte @Zara Gayk

Veröffentlicht am 10.07.2025

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