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KIKK

KIKK 5h Edition - KI in der Bildung

Die 4th Edition der Reihe des KIKK startet mit folgendem Thema:  Welchen Einfluss hat KI auf Bildung? Autorin: Lynn Dilling

Mit kaum einem Wort kann man Schüler:innen so schnell zum Seufzen bringen wie mit “Hausaufgaben”. Man kennt es: Die Lieblingsserie ist viel zu spannend, die Zeit vergeht wie im Flug - und plötzlich bleibt für den Aufsatz keine Minute mehr. Was nun? Schnell bei einer Freundin abschreiben… oder doch lieber kurz ChatGPT fragen? Gibt’s da überhaupt einen Unterschied? Und ist das wirklich ein Problem? Schließlich ist KI praktisch, und die Noten werden möglicherweise auch noch besser.

Mein alter Deutschlehrer würde wahrscheinlich sagen: ja, es ist ein Problem, und ganz Unrecht hätte er damit nicht. Das wurde mir auch klar, nachdem ich Kristin Schindlers Vortrag hier in der börse gehört habe. In ihrem Vortrag über textgenerierende KI in der Bildung malt sie jedoch ein weit nuanciertes Bild: Ja, so meint sie, KI kann ein Problem für den Lernprozess darstellen, aber nur dann, wenn sie diesen komplett ersetzt. KI kann aber so viel mehr sein als ein Spickzettel: sie kann helfen, Barrieren abzubauen, beim Schreiben inspirieren, Feedback geben und so den Lernprozess sogar bereichern. Es kommt also darauf an, wie man die KI einsetzt. Spannend wird es also dann bei der Frage: Wann beginnt man am besten damit, jungen Menschen den Umgang mit KI beizubringen? Mit Grundschüler:innen hat Dr. Schindler bereits ausprobiert, wie Kinder mit ChatGPT arbeiten. In Zweierteams sollten sie ein eigenes Märchen schreiben, unterstützt von der KI.

Als Schindler und ihre Kollegin später die eingegebenen Prompts analysierten, stellten sie fest: Die Kinder formulierten bereits erstaunlich kreative und komplexe Anweisungen für die KI. Auch das Schreiben guter Prompts ist eine Fähigkeit, die gelernt und trainiert werden muss.

Nicht nur in Schulen ist KI ein Werkzeug geworden. Sowohl im Alltag als auch im Beruf, überall ist KI präsent. Immerhin hatte ChatGPT im März 2025 ca. 4,5 Milliarden Zugriffe zu verzeichnen. Sie ist Google-Ersatz, Ratgeber und Hausaufgabenhelfer zugleich. In der Diskussionsrunde im Anschluss an Prof. Dr. Schindlers Vortrag wurde das noch deutlicher: eine Juristin, eine Künstlerin, der Projekt-Leiter des Medienprojekts Wuppertal, eine Schülerin und Schindler tauschen sich darüber aus, wie sehr KI bereits in ihrem Alltag verwurzelt ist.

Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant. Sie kann Kreativität imitieren, Texte schreiben und monotone Arbeit übernehmen. Aber eines kann sie nicht: komplett ohne uns funktionieren. Sie braucht jemanden, der sie bedient, der sie anweist, mit Ideen füttert und ihre Ergebnisse kritisch einordnet.

Die Frage, ob wir KI nutzen sollten, hat sich längst erledigt - sie wird nicht wieder verschwinden. Die eigentliche Herausforderung lautet jetzt: Wie nutzen wir sie so, dass sie unser Leben bereichert, ohne, dass wir das Lernen verlernen?

In der 5. Edition des KIKK beschäftigen wir uns mit dem Einfluss von KI auf Bildung

 

Eintritt frei.

Bei Fragen erreicht ihr uns unter folgender Mailadresse: kikk@dieboerse-wtal.de

 

Artwork Bildrechte @Zara Gayk

Veröffentlicht am 16.05.2025

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