*|Landpartie per Rad – am 1.9.2019

Tour zu Nermins Garten in Mettmann

Unsere Neugier auf „Anders leben“ führte uns 40 Kilometer über die Nordbahntrasse Richtung Mettann. 17 Radfahrer*innen ließen sich vom Nieselregen am Morgen nicht beeindrucken und wurden später mit Sonne und interessanten Erlebnissen belohnt. Ziel war die Bioland- Gärtnerei Nermins-Garten in Mettmann.

 

Bei einem ersten  Themenstopp an der Farmbox bei Utopiastadt sprachen wir über die geplante „Arrenberg-Farm“ in Wuppertal. Die mit der Farmbox demonstrierte Anbautechnik (Aquaponic-System oder Bioaqua-Farm) ermöglicht den Anbau von Obst und Gemüsen, sowie eine kombinierte Fischzucht, auf alten städtischen Industriebrachen. In den letzten Jahren sind in ganz Europa kommerzielle Stadtfarmen mit dieser Technik entstanden, die Landwirtschaft auch in der Stadt und auf den Dächern der Stadt ermöglichen. Ein Beispiel für Wuppertal könnte die Initiative aus Paris „Paris-culteurs“ sein, die eine grüne Transformation von städtischen Flächen realisiert.

Wuppertal ist nicht „Paris“ und daher führte unser Tour weiter über das Waldgebiet „Osterholz“, wo geplant ist, den Wald zu opfern und Gesteinsreste zu lagern, um den Rohstoff „Kalk“ zu gewinnen.  Wir haben die Aktivistinnen im Wald besucht und unsere Solidarität und Sympathie war von allen Teilnehmer*innen spürbar, so wie es Anne ausdrückte: „Wir müssen die Aktivistinnen im Osterholz unterstützen, weil die auch für uns handeln und dafür kämpfen, dass der alte Wald nicht kommerziellen Interessen geopfert wird.“

Die Firma Oetelshoven ist gut beraten, wenn Sie nach alternativen für die Gesteinsreste sucht, damit kein alter wertvoller Waldbestand für den Kalkabbau weichen muss.

Weiter ging die Fahrt nach Benninghoven in Mettmann, zu unserem Ziel. Nermins-Garten ist eine kleine Bioland- Gärtnerei.
Angebaut werden hier im Gemüsegarten eine breite Vielfalt von gängigen aber auch alten Gemüsesorten sowie Kräuter und Wildkräuter. Der Obstgarten bereichert mit Blaubeeren, Johannisbeeren, Aroniabeeren und Streuobstäpfeln.
Honig gibt es aus der eigenen Imkerei.

Das Gemüse und Obst aus Nermins Garten wird nicht klassisch ab Hof verkauft sondern wird für die Kooperation mit der Verbrauchergemeinschaft Solidarische Landwirtschaft Mettmann angebaut. In den Genuss des Gemüses und Obst in Bioland-Qualität kommen nur die Mitglieder der Solidarischen Landwirtschaft Mettmann.

In Nermins Garten erlebt  man Landwirtschaft hautnah: Sein eigenes Gemüse im Selbsterntegarten zu ziehen, im Obstgarten Blaubeeren und Aroniabeeren zu ernten und im Bienengarten die Imkerarbeit kennen zu lernen. In jahreszeitlich abgestimmten Kräuterkursen lernt man die Wildkräuter unserer Landschaft kennen.

Der Betrieb steht für regionale Erzeugung hochwertige Lebensmittel in Bio-Qualität, für biologische Vielfalt, für den Erhalt von kleinbäuerlichen Strukturen und er leistet viel Bildungsarbeit im Bereich Selbstversorgung und Naturverständnis.

Nach einem leckeren Imbiss aus Tomatensuppe, Brot, Kuchen und Waffeln, führte uns Nermin durch die Gewächshäuser und über den Feldanbau.

Getreu unserem Motto „Kultur mit Allen“ las Christiane Gibiec aus ihrem Buch „Else Blau“ und erinnerte die aufmerksamen Zuhörer an das Else Lasker-Schüler-Jahr, das gerade in den Herbst geht. Die Lesung stieß auf Begeisterung und bestätigte so das Konzept unser Touren - Landpartie mit Kultur!
                           

Fotos: Tour - Teilnehmer*innen

 

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Veröffentlicht am 04.09.2019

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