Aufführungstermine waren im Juli 2004

*|Hoffnungsschimmer

Musik- und Tanztheater von und mit Kinder und Jugendlichen
Eine Produktion von die börse.

Was erhoffen und wünschen wir uns? Was passiert, wenn sich unsere Hoffnungen nicht erfüllen, wenn eine Hoffnung stirbt? Hoffnungen machen stark, aber auch verletzlich.

Insgesamt 50 mitwirkende Kinder und Jugendliche haben sich musikalisch, tänzerisch und gestaltend mit dem Thema beschäftigt. Von privaten Wünschen und Ängsten bis hin zu kollektiver Hoffnung spannt sich der Bogen des daraus entstandenen Musik- und Tanztheaters "Hoffnungsschimmer".

Seit April haben die Klassen 3b der Grundschulen Hesselnberg und Königshöher Weg mit den Musikern Gunda Gottschalk und Thomas Beimel daran gearbeitet, Hoffnungen eine Stimme zu geben. Vierzig in Wuppertal lebende Kinder mit fünfzehn verschiedenen Muttersprachen begegnen sich in gemeinsamen Klangaktionen: einzelne Rufe verstärken sich in vielfachen Echos. Die Kinder reichen sich gegenseitig Töne weiter und tauchen mit ihrer Stimme ins "Wasser". Wünsche werden in die Luft gedreht, ein Flaschenorchester spielt dazu.

Parallel dazu suchten 12 junge Tänzerinnen mit Nadja Varga und Jens Kuchenbäcker nach einem tänzerischen und sprachlichen Ausdruck für ihre Sehnsüchte und Erwartungen und bebildern sie mit ihren Körpern: ein Frühlingstanz, der Anfang von Etwas, eine Bewegung, die von Einer zur Anderen wandert, Hoffnung, die erst individuell und dann kollektiv wird. Werbeslogans, Redensarten, Zitate und Selbstgeschriebenes, alles erzählt vom Hoffen der Menschen.

Das von den Jugendlichen mit der Künstlerin Eva Cukoic im Atelier gestaltete Kostüm- und Bühnenbild geht der Frage nach, wie Hoffnung eigentlich aussieht: Was bedeutet die Farbe grün, welche Empfindungen entstehen in der Betrachtung? Wie zeigen sich Hoffnungen und Erwartungen, die junge Menschen an sich selbst haben, die aber auch von außen an sie herangetragen werden? Welches sind die Symbole der Hoffnung?

Nun schon zum zweiten Mal bietet die börse mit diesem ungewöhnlichen Projekt Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, Formen von zeitgenössischer Musik und Tanz selbst zu erfahren und zu erproben. Das letztjährige Projekt "grenz>>gänge" wurde mit einer lobenden Erwähnung des Initiativen Preises 2003 des Paritätischen Jugendwerks ausgezeichnet.

Leitung: Thomas Beimel, Eva Cukoic, Gunda Gottschalk, Jens Kuchenbäcker, Nadja Varga

Gefördert aus Mitteln von:


*|Die Künstler:

Thomas Beimel
Komponist und Improvisationsmusiker

Studium der Viola, Folkwanghochschule Essen / Instrumentalpädagogik, Hochschule für Musik im Rheinland / 1990 Gründung von Partita Radicale (Ensemble für Neue und Improvisierte Musik) / zahlreiche Kompositionen, Lehraufträge und Gastdirigate / seit 2002 Mus-e-Projekt an Funcke-Park Schule Hagen

Gunda Gottschalk
Improvisationsmusikerin / Musikpädagogin

Studium der Instrumentalpädagogik (Violine und Musikalische Früherziehung) an der Hochschule für Musik im Rheinland / seit 1990 Mitglied bei Partita Radicale / zahlreiche Aufführungen zeitgenössischer Kammermusik / seit 1995 in Peter Kowalds "Global Village" Formation / Auftritte auf internationalen Musikfestivals / 2002 Solotournee in den USA / Solo CD "Wassermonde"

Eva Cukoic
Freischaffende Künstlerin und Kunsttherapeutin

Studium der Kunsttherapie und Kunstpädagogik an der Universität zu Köln. Seit 1999 Mitglied des Kunstprojektes UNART, mehrfache Beteiligung an Gemeinschafts- und Einzelausstellungen, Kunstaktionen, Projekte, Bühnenbild und Kostümrealisation für Tanztheaterproduktionen, u.a. „Brrr. Rotkäppchen ist tot“ (2002), „grenz>>gänge“ (2003) in die börse, Wuppertal.

Jens Kuchenbäcker
Tanz- und Bewegungspädagoge

1991-1994 Ausbildung zum Gymnastiklehrer/ Bewegungspädagogen an der Dore-Jacobs-Schule in Essen, 1995-1997 Ausbildung in New Dance und Tanzimprovisation bei BewegungsArt in Freiburg. Arbeitet als Bewegungstherapeut in einem sozial-psychiatrischen Wohnheim. Unterrichtet seit 1994 New Dance, Tanzimprovisation und Kontaktimprovisation in Kurs- und Seminarform an verschiedenen Institutionen in der BRD und Schweiz. 1997-1999 aktives Mitglied im X.X.Y-Theater in Wuppertal.

Nadja Varga
Tanz- und Bewegungspädagogin

Studium der Dipl. Pädagogik in Wuppertal. Ausbildung als Bewegungspädagogin an der Dore-Jacobs Schule in Essen. Arbeit als Kursleiterin für verschiedene Weiterbildungsinstitutionen. Tänzerin und Darstellerin in einer Vielzahl von Produktionen. Mitbegründerin des x.x.y.-Theaters, Wuppertal. 2000 Regie „Denn schon als Kinder war'n wir Scheiße“, die börse , Wuppertal. 2003 „grenz>>gänge. Musik- und Tanztheaterprojekt mit Kindern und Jugendlichen“, die börse. Projektleitung Tanz.