Xenia Monet
Die KI Sängerin, die Millionen bekommt und eine Branche entlarvt
Die Musikindustrie hat ein neues Lieblingsspielzeug: eine virtuelle R&B‑Sängerin, die weder atmet noch existiert und trotzdem Chartplatzierungen sammelt. Xania Monet ist komplett künstlich – Stimme, Look, Musik. Und trotzdem hat sie einen Millionenvertrag bekommen, während echte Künstler:innen weiterhin um Sichtbarkeit kämpfen. Willkommen im Jahr 2026.
Ein Deal, der mehr Fragen als Antworten liefert
Ein Label investiert mehrere Millionen in Songs, die rechtlich kaum jemandem gehören. Die Texte stammen von Telisha “Nikki” Jones, der Rest kommt aus einer Maschine. Wer die Musik nutzen will? Im Grunde jede Person. Kostenlos. Es wirkt ein bisschen so, als hätte die Branche beschlossen, dass Besitzrechte überbewertet sind, solange die Klickzahlen stimmen.
Der Sexismus, der im Hintergrund mitschwingt
Dass eine künstliche Sängerin plötzlich als „unkompliziert“ gilt, sagt viel über die Branche aus. Eine KI wird nicht älter, widerspricht nicht, fordert keine fairen Verträge und passt sich jeder Marketingidee an. Für manche Entscheider scheint das verlockender zu sein als reale Frauen mit eigenen Vorstellungen. Kurz: Die perfekte Künstlerin ist offenbar die, die gar nicht existiert.
Doch genau hier meldet sich die Frau hinter dem Projekt zu Wort. Telisha “Nikki” Jones lässt sich den Vorwurf, Frauen würden durch KI ersetzt oder entwertet, nicht gefallen. Sie betont, dass sie selbst eine schwarze Künstlerin ist, die ihre Kultur repräsentiert und ihre Texte bewusst einbringt. Für sie ist KI kein Werkzeug, um Frauen zu umgehen, sondern ein Mittel, um ihre eigene Kreativität sichtbarer zu machen. Sie sagt sinngemäß: Jede Person darf ihre Meinung haben, aber sie lässt sich nicht davon abhalten, Kunst auf ihre Weise zu schaffen.
Damit stellt sie die Debatte auf den Kopf: Während Kritiker:innen befürchten, dass KI reale Künstlerinnen verdrängt, sieht Jones darin eher eine Chance, Barrieren zu durchbrechen, die Frauen und ins besonders Schwarze Frauen seit Jahrzehnten ausbremsen.
Warum Labels trotzdem zugreifen?
Weil es nicht um Musik geht. Es geht um Reichweite, Storytelling und die Möglichkeit, eine Figur zu kontrollieren, die nie müde wird und nie aus der Reihe tanzt. Eine KI ist für manche Manager die ultimative Fantasie: ein Star ohne Bedürfnisse.
Xania Monet ist weniger eine Musikerin als ein Experiment. Ein Spiegel, der zeigt, wie die Branche tickt. Sie entlarvt gleichzeitig die strukturellen Probleme der Musikindustrie aber eben auch eine Möglichkeit mit einem neuen Medium eben jenen Marginalisierungseffekten zu entziehen.
Viele Fragen bleiben offen
Denn neben all den Fragen um die KI an sich stellen sich auch die Fragen: wer hat diese KI trainiert? Also wie emanzipierend ist eine Maschine, die oftmals von westlichen, weißen und männlichen Strukturen trainiert wurde. Auf welcher Basis wurde die KI trainiert? All diese Fragen bleiben offen.
Genau so, wie die entscheidende Frage: Wer bestimmt in Zukunft, was Kunst ist und wem sie gehört?


