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Wenn Künstler:innen KI imitieren

Überraschung, es ist keine Fälschung!

Als "Der Teufel trägt Prada 2" Anfang Mai in die Kinos kam, fiel vielen Zuschauer:innen ein Detail auf: 

In einer Szene taucht ein Meme auf, das Miranda Priestly (Meryl Streep) als Fast-Food-Mitarbeiterin zeigt. Bildunterschrift: "Would you like some lies with that?"

Das Bild wirkte auf den ersten Blick wie typischer KI-generierter Content. Jene Art von billig produziertem, künstlich wirkendem Material, das im Internet 2026 allgegenwärtig ist. Die meisten gingen davon aus, dass die Produktion einfach eine KI benutzt hatte, um schnell ein Meme zu erstellen.

Aber: es handelt sich nicht um KI!

Am Tag der Filmpremiere meldete sich die Künstlerin Alexis Franklin auf Instagram und enthüllte, dass sie das Bild von Hand gemalt hatte, komplett ohne KI. In einem Zeitraffer-Video zeigte sie ihren gesamten Arbeitsprozess mit Procreate und Photoshop.

"Ich durfte das auf Wunsch von [Regisseur] David Frankel für 'Der Teufel trägt Prada 2' malen", schrieb Franklin. Später ergänzte sie auf X: "Ich wurde auf Instagram mit Kommentaren überflutet, die erleichtert waren, dass dieser Gag von einem echten Menschen (mir) erstellt wurde. Deshalb poste ich es auch hier, weil ich denke, dass diese Unternehmen ihre Blumen bekommen sollten, wenn sie einen Künstler engagieren."

Warum das Bild so "künstlich" aussieht

Franklin erklärte gegenüber NBC News, dass sie zwar versuchte, das Bild künstlich wirken zu lassen, aber nicht explizit KI imitieren wollte. "Ich wurde beauftragt, ein Meme zu erstellen, nicht unbedingt ein Gemälde. Und da das Bild nicht lange auf der Leinwand zu sehen sein würde, habe ich eine Art 'Logo-Denkweise' angewendet – es musste sofort als eindeutig manipuliert und gefälscht erkennbar sein, denn das ist der Witz."

Sie orientierte sich dabei eher an der photogeshoppten Meme-Ästhetik der frühen 2010er Jahre. Dass ihr Werk so perfekt den Look von KI-generiertem Content traf, war eher ein unbeabsichtigter Nebeneffekt.

Die Reaktionen: Zwischen Begeisterung und Gleichgültigkeit

Die Enthüllung ging viral. Franklins X(twitter)-Post erreichte 3,7 Millionen Aufrufe. Die Kommentare schwankten zwischen Begeisterung und einer gewissen Gleichgültigkeit:

"OMG, das wurde tatsächlich von einer Künstlerin gemacht??? Und es wurde so gemacht, dass es wie KI aussieht?"

 

Doch es gab auch kritischere Stimmen, die darauf hinwiesen, dass "die Messlatte wirklich in der Hölle liegt", wenn es bereits als Erfolg gefeiert wird, dass ein Studio einen Menschen statt eines KI-Tools beauftragt.

Die Entscheidung, eine echte Künstlerin zu beauftragen, passt perfekt zu den Themen des Films. "Der Teufel trägt Prada 2" handelt von einem fiktiven Modemagazin, das mit sinkenden Verkaufszahlen und einer Reputationskrise kämpft; eine Metapher für die Medienindustrie im Zeitalter von Automatisierung und Algorithmen.

Die absurde Nebenwirkung

Franklin musste sich nach der Veröffentlichung allerdings auch mit einer absurden Nebenwirkung auseinandersetzen: Einige Internet-Nutzer beschuldigten sie, selbst eine Art KI-Konstrukt zu sein.

Diese Reaktion zeigt die Aufmerksamkeit, mit der Menschen heute nach KI-generierten Inhalten Ausschau halten. Franklin selbst schrieb dazu: "Diese erhöhte Aufmerksamkeit herrscht vor, weil die Menschen nicht getäuscht werden wollen, was dazu führt, dass sie Zeichen an den Wänden sehen, die nicht wirklich da sind oder sehr einfache, vernünftige Erklärungen haben."

Gleichzeitig zeigte sie Verständnis für die Skepsis: "Ich verstehe die Skepsis der Menschen, besonders wenn sie aus dem Wunsch kommt, menschliche Künstler zu unterstützen."

Was bleibt

Die Geschichte zeigt die komplexen Spannungen der Medienwelt: zwischen Effizienz und Handwerk, zwischen Automatisierung und menschlicher Kreativität, zwischen dem, was technisch möglich ist, und dem, was ethisch wünschenswert ist.

Vielleicht ist die wichtigste Lektion: In einer Welt, in der KI zunehmend menschliche Kunst imitiert, brauchen wir manchmal menschliche Künstler, um KI zu imitieren. Und es macht einen Unterschied.

 

 

 

 

 

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  • Veröffentlicht am 28.06.2026

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