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KI-"Kunst" ist langweilig

Und wir sollen so tun, als wäre das Zukunft?!

Ich weiß, das ist eine unbequeme Meinung. Aber 2026 ist auch ein gutes Jahr für unbequeme Meinungen.

Generative KI-Bilder haben einen eigenen "Geruch", Nicht im wörtlichen Sinn, sondern als Gefühl. Man sieht sie und weiß sofort, was gleich kommt: glatt, laut, austauschbar, mit Sepiafilter. Der Look ist überall, weil er in Sekunden hergestellt werden kann. Und weil er auf etwas basiert, das nicht in Sekunden entstanden ist.

 

Denn das meiste, was wir heute „KI-Kunst“ nennen, ist kein Wunder. Es ist ein Recyclinghof. Millionen Bilder wurden zusammengeklaut, ohne zu fragen. Aus Stil wurde Rohstoff, aus Arbeit wurde Trainingsmaterial. Und dann heißt es: „Schau mal, wie kreativ die Maschine ist.“

Das Problem ist nicht nur der Diebstahl. Es ist die Haltung dahinter.

 

Wer ist hier eigentlich Künstler:in?

 

Die Maschine? Sie will nichts. Sie kann nichts verlieren. Sie hat keine Angst vor einer leeren Leinwand.

Die Person, die den Prompt tippt? Manchmal ja. Oft ist es eher Bestellen als Gestalten.

Oder die Leute, die das System gebaut haben. Die mit ernstem Gesicht erklären, dass jetzt „endlich“ alles schneller geht. Als wäre Geschwindigkeit ein künstlerisches Kriterium und die Datenkrake und das Risikokapital die hinter den KI-Firmen stehen nicht relevant.

Und ja, es ist langweilig.

Nicht, weil Menschen zu dumm wären, KI zu nutzen. Sondern weil diese Bilder nichts riskieren (sollen). Sie sind die harmlose Bebilderung eines Gedankens, nicht der Gedanke selbst. Sie wirken wie eine Abkürzung. Und Abkürzungen sind selten kreativ.

Es wird auch teuer. Nur nicht für die Richtigen.

Die Rechnung landet bei Künstler:innen, Illustrator:innen, Fotograf:innen, Designer:innen. Bei denen, die ohnehin oft mit Dumpinghonoraren leben.

Und sie landet beim Klima. Rechenzentren fressen Strom und Wasser. Das ist kein moralischer Nebensatz. Das ist ein Teil des Geschäftsmodells.

Es ist übrigens völlig okay, eine eigene KI zu trainieren. Oder KI in künstlerische Prozesse einzubauen, wenn klar ist, woher die Daten kommen und wer zugestimmt hat. Gute Kunst darf natürlich auch mit neuen Werkzeugen arbeiten.

Trotzdem gilt: Man kann nicht erst die Arbeit anderer aufsaugen und danach so tun, als sei es „Innovation“, wenn man daraus Bilder ausspuckt.

Vielleicht ist das eigentliche Problem, dass wir gerade dabei sind, Kunst wie Fast Food zu behandeln. Hauptsache schnell, Hauptsache viel, Hauptsache billig. Und wenn jemand sagt, dass es muffig schmeckt, heißt es: „Du hast es nur nicht verstanden.“

 

Doch. Wir haben es verstanden.

 

 

Marian Gogolka

 

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  • Nichts Passendes gefunden!
  • Übertrieben idyllische KI-Berglandschaft mit buntem "slop"-Schriftzug

    Das Bild wurde mit zwei Sätzen durch KI erstellt.

     

    Zu diesem Artikel hat mich unter anderem dieses Video angeregt:

    https://www.youtube.com/watch?v=kUuwvJfQfIk

    Veröffentlicht am 14.07.2026

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